wir alle stellen unsere Augen auf das Selbe, wir stapfen in selbe Fallen, in selbe Löcher fallen wir und bleiben an den selben Türknäufen hängen, wir malen alle unsere Geschichte auf die Tagesfläche, wir alle sind da und im Vergleich mit dem Selben behaftet, wir sehen uns

Der Nomade aus dem Koffer: mein Leben aus Stückwerken derzeit, daher einem Ruf nach Rom gefolgt. Mich wieder in Bewegung und in Bilder gesetzt. Aufnahmen anderer Alltage. Meine Schwäche, mein Genuss, mein Mittel. Rom über den Meerweg erklommen. Die Gedanken beieinander, zur selben Zeit. Wir wollen uns in Städten aalen und wuchern und eingehen spüren, wir wollen elektrisch sein und sind magnetisch. Es zieht uns an, anstatt dass wir fließen lassen. Mich zog Rom. Oder eine Farbe oder am Ende, ein gemeinsames Stück niedrigen Himmels. Zu Beginn Eindrücke, zahlreich, schwarz auf weiß, dann füllt sich das Gerüst mit Farbe. Die Patina.

Übersetzen, all das was ich sehe, fühle, bemerke: das Ziel des Ortes.

Quartiere: ich werde euch noch eine Dauer beziehen müssen – jedes einzelne von euch. Und die Farben. Kontraste: ich werde euer nicht müde. 

Wann habe ich genug gesehen?

Wann habe ich genug gesehen?

Wann habe ich genug gesehen?

Die Anreise per Schiff, der Anfang: Cagliari – Civitavecchia (italienisches Festland)

Welche Geschichte kann ich erzählen? Die von den 25 Stunden auf hoher Mittelmeer-See und somit von den 11 Stunden Verspätung, mit denen ich im Hafen Civitavecchias das ersehnte Festland flau betrat? Sie ist schnell daher geplaudert: Irgendwann hörten sie auf, alles was umfiel, aufzuheben, irgendwann beendeten sie die Durchsagen und warnten nur vor Stromausfall. Er solle uns nicht beunruhigen. Das Gewitter sei schuld. Es wäre klar das wir uns verspäten würden, bei halber Fahrt, die Wellen seien zu stark, sagten sie. In regelmäßig unregelmäßigen Abständen sah ich dem aufgebrachten Blau in seinen weiten Schlund, um darauf das Grau des Himmels zu fressen. Gefangen. Schlaflos. Klein. Abhängig. Ausgesetzt.

Die Anreise, die Ankunft. „Hospitalityclub“ und Felicitas ermöglichten mir dieses Innenhof-Flutlicht nach seekrankem Vortag. Dann gingen wir durch die Schneisen Roms, an Ecken und Kanten, an Vierteln und Parks schlenderten wir, als hätte es uns immer schon gegeben und levelten uns Schritt für Schritt. Felicitas verstand schnell: zwei kleine Dosenpils zwischendurch machen den Leveler, sie nannte es Kindergedeck, ich fand es treffend formuliert und trank zusätzlich noch eine kleine Milch, aber das hat sie nicht ganz kapiert, was das soll. Die kleine Milch. In der Frühe.

  

Man darf nicht so suchen, als ob man verzweifelte, wenn man es nicht fände. Man muss das Suchen an sich nehmen.

 

Pantheon

Unvorhersehbar leben: es nicht verpassen was es nicht zu verpassen geht. Frage: da ist nichts was wir verpassen könnten?

 

Wir wollen uns ausreißen gehen

und neu stecken,

wir wollen uns schneiden,

wir wollen versuchen es aufzukratzen,

zur Stunde der stillen Straßenkreuzung

werden wir ein Punkt

übereinander sein.

 

Und ich merke

wie du mir die Tage machst.

Colosseo

San Pietro / ein Ort mit Helligkeitsgraden

Benedikt XVI, il pontefice / ein Heiligenschein

Für einen beten heißt: nicht mehr von ihm zu träumen. Aber bis dahin bleibt uns nichts anderes. Und es ist gut. So oder so ist kein Sinn oder aber, DER.

Rom? Meine Empfindung? Ich habe Angst vor banalen Sätzen!

„Der Ort, von dem man weggeht, ist ein anderer Ort. Alles ist fließend und in den Wind gelegt. Jede Kohle im Keller flieht davon.“ Ilse Aichinger

 

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