ICH STUFE DEN HIMMEL UND STEIGE ZU DIR

lisboa


1                                          2

so also                               all deren

zersprang                         minuten

ein in sich                        manöver

weiten                               farben fielen,

berstendes                       liefen blicke

altglas,                             an dir

schnitt                              ein vergessener

jene vergessene             duft

luft.

3                                         4

mondsilben                    in eine

stiegen als                      erweitend

unumgängliche             angebliche stimme

unsere worte                   ich bereite mich dir,

zum fremdmeer              zersprungen

auf.

5                                        6

ein in sich                       bäumen

weitend                            und verzweigt

entzündetes                    meine armen

einfühl                              geschöpfe

vermögen                         vor dir

verbergend.

seide

in kleidlosen seiden

dünnhäutige weiden

gehäutet zu seide aus häuten

die himmel beuten

inselland –

unsere seiten unter der hand.

zu dir im nachtzug

herz und blut

keine welt von hier

auf gleisen sehe ich zu mir

wie meine wellen fächern vor dir

das stranden von flut.

zügig ums meer türmen

winds strähnen aus stürmen

glückstränen auf wangenhaut,

des herzflutenden rauschender laut

im sand unser gewand aus hand

in hand und aus den augen

spätes land.

Zeitheim

mein Haus ist

in Zustand /

Sterne auf –

gehängt und an –

gehimmelt /

ein Kind der Welt

schliefe


und wir sahen Funken, denn wir dunkelten

unser Tiefstes.

deine Wahrheit ist

ich lache nur arrangiert,

vom Hagel geschält /

in Kuss gepresst –

unübersehbar mündlich

abgewetzt /

goldig glänzt

einzig – der Angelogene vor mir auf.

wir wollen es nicht

rasch tun /

wer kann es mir,

außer ich selbst?

verwählte Orte sind gewechselt /

gewählte Worte wurden verwechselt,


– deine begingen Suizid,

jetzt stehe ich da

und glaube das was ich sehe

wird sich ändern.

Kristalle*Augenbad

jeden Tag (D)eine Nacht,

Kristallenes tropft

in mir zu Boden,

Flugbahn Deiner Luftlinien,

unter dem Laken stellen sich

meine Hände in Himmel,

vertrocknen, verfehlen,

stehen, flehen, entzündet am Augenbad,

schauen tauend und

tausende Schaumzellen platzen,

ein augenbetäubender Lärm,

Bäume fallen uns zu und

die Zeit hellt alle Wunden /

hält alle Wunden parat

– jeden Tag eine Nacht.

tappendes Dunkel

in Geträumtes mündet

übe Pantomimen

eines Weiterfühlens ein,

die Verdunstungsgrade am Ufer

machen den Schnee,

in unseren aufgestauten Bergen

sind wir vorsätzlich glücklich

entzündet

jeden Tag eine Nacht

Miss Kalt

und die Mäntel – tragenden Wunden

Elisas Schaumperlen

platzen auf diesem Menschenglied;

ihre Augen vögeln,

sie geht die Stricke ab

und schnürt sich zu,

ihr Frieren tropft

über den Hautflur,

graue Bäume stechen in Atem,

er pellt und

ein Orchester bringt den Schmerz,

die Zeit hält

alle Wunden.

white fishes

my tourist

no-return his ticket,

digital fotos he has: dark seas and raintaken rocks

his futuredays don’t fit

fears bills, fences and clocks//

my passenger

eats wings,

lovebelieved in coldhands,

in sprayed trains he lost notes and rings:

hopes and hides in old vans//

my kid

hearttravelled the nofathersdarling,

caves and shades, everytimeplays,

thick throat in winter, lovesongs for spring:

give him truth he can’t replace//

my word

take my loves and my fears

for singles and twins,

i disappointed them for years

homeless they left and written for bins …

neue nächte

nachts

sehe ich nichts          (und dich)

außer

die zeiten zügel ziehen          (spindelförmig tun)

zärtlich knicke ich um

und nehme den ersten zug

(der gleis hält einen atem geschient)

von dir

den allerersten

als nichts war und nichts sollte

dennoch, wir kamen soweit

bis zum ende sogar

es gab nie einen moment

mit dir

nachts, außerhalb der eigenen

reichweite

stechen wir meinen tränenteig

und fressen unsere sterne          (brechen sie)

(auf der höhe von vögeln – eine überlandleitung)

weich gesagt, schattig hinter einer Trasse A4, sandig, ein seichtes Paar Teiche

harte Worte

zum Zittern zwingt zarter Zwang:

unsere Sätze gehen zügig aus & ab, wie an einem Schwimmbeckenrand;

wohin der Krieg nicht vorgedrungen

war wissen wir nicht

wir äsen Joghurt und Löcher zum Frühstück, butterweiche Streifen, steifen Atem, kauen Ränder, bauen Länder, wir lieben uns Lügen an, wie ein Abzeichen. Seepferdchen lispelst du

nouvelles perspectives en synthèse organique / wir steckten uns auf den Küchenfließen ineinander /

nachher ging der Tag / ich habe kein Geld für ein Haus und muss allein bleiben

fahrlässig atmete ich weiter, Schwarzluft, als sei, fremdbewortet: nur bei dir beinahe bei dir / der Parkplatz 4 Uhr nachts Entscheidung: die Stunde aufrichten in der sich alles in den Strom abstäubt, der Verzicht das man selbst strömt

sie wollen vernichtend, den Tag, an dem wir Tag, das Rascheln wiederholen, verrichten, den Landruf auf gelähmtem Straßenzug, die Blicke ins Nass wiegen,

this all means something, als sei jenes Träumen auf Schlaf geprägt / ein fauler Ort: Erde, hier: nur Erde,

die Bindung der Haut.

ich sichere mich–ich führe ein Eigenlieben / übe mich im Lieben

wir wollen uns der Abwendung zuwenden, sowie den leeren Häuserzeilen, den Zahlenreihen und ihren Bewohnern, die die Tür ins Klicken klacken, dahinter in Blinde in Bilde geh‘n, während wir nicht hilfreich / harte Wörter fallen uns zu und die Sprache ab.

Zweifel: wo gilt‘s und was überhaupt? Et si nous avons besoin de tant d’amour, à qui la faute?

Wenn wir frieren und sich umkehrt was es bedeutet,

werden wir uns daran erinnern, wie kalt der Raum war

indem wir liebten und dass das >frieren< war.

orten



orteins: flöße im halmenhain


dein kinderspieltot

wird fehlen, die vögels

fliegen es ein.

sie winden ab in seelen

was uns zu wenden droht.


scheine in dieserlei himmeln

nicht genug dafür. wir tauschen singend sein

und banden flöße im halmenhain

veräußern diese luft mit wimmeln

im all der mutter(w)orte.


ort2: im kleidflug einer motte


könnte dich

fliehend feigen

stundenlicht

ich ließ mich deinen zeichen zeigen

und auf deinen flügelseiten weiden.


der schnee weist ab

hoffnungshantiert

vom abschied nie datiert

trotz deiner kälte nehmen unsere kristalle ab.


ort III: nur hinter einer böschung halten wir es knapp


können wir am ortesort

den faltenbogen glätten?

wir knitterten uns fort

jetzt sollten wir uns betten

um zum freifallen uns zu retten.


0_ort: menschwerdung


so leicht herbsttag

wenn abgeblüht das bei dir

wenn eingelaubt so rot die naht

und hinter dieser wunde eine wunde mir.

deine hautfarbe noch an den innenseiten,

weißt du dort wo wir nie aushielten,

schütze sie vor bleichlicht,

vor sonnen, die man uns vorwirft,

um zu sehen, wie du dich häutest.

meine ufer seichte lippen halten,

sie gründeln lose und vereinzelt,

dort wo der see sich abzeichnen ließe

und die arme hinreichen,

derweil, während allerlei wartarten.

(geb)lieben

aus: leer liegen die lager

in denen sie lagen,

verstand verschwand

als die ängste hager

und um den zweifel eine wand.

jetzt: dumpf klingen kalte klagen

in denen schweigen schwingt

wo worte schufen,

die logik ist umringt

und zum himmel führen keine stufen.



il giardino


kennst du meinen

tulpengarten,

mein winterhaus,

weißt du, wo ich alle rosendornen

aufbewahre?

da wo geräusche straucheln,

liegen meine schätze nun.

einige augenblickliche

skizzen vom wegesrand

habe ich für dich

zusammengesammelt,

das altjahreslaub ist jetzt,

bröselt schon

durch meine klammen finger

und den pfad zum

nadelgehölz habe ich

schrittfest angelegt,

damit du nicht rutschst,

doch von der idee

zu schneien

kann selbst ich nicht abbringen

den aufgestockten himmel!

dem wiesenboden fehlen unsere spiele,

doch dort wo die tiere rascheln,

wo käferbeinchen rasten,

haben die halme an uns gedacht,

manchmal tanzen sie dann und formen

zu perlen vor freude den frühen frost.


du raust meine leere an,

du kneifst meine seiten,

du greifst meine leiden,

und plünderst in meinen blumen,

an der böschung kehrst du,

drehst dich nicht am beet,

achtest auf wortgruben,

willst nicht fallen, willst selbstbesteh‘n,

schweigejahre im eigenen


und wir bauen uns luken

in die luft um in unsre leben

zu starren,

wann immer wir

niemandswahrheit

wissen wollen.


du weißt, wir gingen spät außer haus

und fühlten uns früh,

wir schlenderten im schreien und

trugen uns aus wie reklameprospekte

einstieben und einstauben: ein an-satz,

eintauchen in vanille oder gold

all die erinnerungen enttäuschungen,

die wir eines tages gebrauchen könnten.


denn kennst du meinen

tulpengarten,

mein winterhaus,

weißt du dort, wo ich alle rosendornen

aufbewahre!




individuoindividuo

sage, wann

werden wir wieder,

wieder menschen sein

mit allem

kleingedruckten?

ich klappe

dir die worte auf,

(doch) du huschst hindurch.

lass uns die freiheit

einklemmen gehen,

niemand tut ihr weh

und von den bäumen können

wir keinerlei welkes laub

mehr erwarten.


la giornata / der Tag / Stadteingang CA

la giornata / der Tag / Stadteingang CA

Aufgefaltet



Aufgefaltet ein belichteter Tag,

aufgeschürft mit Sandpapier,

wälzt mich quirlig,

bricht mir die Knochen

und breitet mich aus.

Verdreht mich tagsüber,

wirft mich an Ort und Stelle.

Schleudert mit Farben

gelb, weiß und goldig,

verfehlt mich nicht,

trifft mich genau,

mit jedem.

Nimmt Blau dazu,

knüpft mich an Stangen in die Höhe,

würgt mich mit seinen frischen Schlingen,

solang bis ich noch atmen kann.

Mischt mich beliebig.

Bleib, lieber Tag.



leer, der baum am meer



blaublauer himmel, sandgespülte spuren,

sprachlose stimmen stieben an den füßen,

gelöstes gewirr im wahren, klüngel aus kreisen, das einsame

versammelt. hier und dort erhaschen von luft,

atemstill, schreigefüttert, die verzweiflung.


singendes summen, lösen vom boden.

ein fliehender wind, es erleben sich

die worte zum ersten male am meer.


einem liebenden sticht die seele durchs herz,

übrig geruch und gefäße, geschwollene schläfe,

ausgewrungene augen. der blaublaue himmel

schneidet es frei, dass ermüdete fleisch,

es quillt ein weiterer, durchtränkter.


bemalt ein wolkenstreifen, rot und blut.

ein mann geht davon, in einen aufgewirbelten

meeresrausch, es klebt haut schon am horizont,

farbe fällt aufs bild, klatsch und tropf,

wie wachs, die welt und der trottende mann,

gedanken schlagen gewalttat,

blätter reißen von den ästen,

in das einsame der gedanken, die hiebe.

orphelia! er folgt, er wadet schon,

wirf das wasser zum halse,

er schluckts!


ein öder wind streicht

derweil

ohne interesse

den leeren baum am meer.


Herzexile

0 kalter Kaffee,

1 die Landschaft stockt,

2 der Himmel hoch in unsern Spiegeln.

3 Konjunktive, kleine Sätze in den Blicken.

4 schwarze Federn brechen von der Glut,

5 wir atmen Luftballons und kauen Schaum

6 ein Kännchen Milch in den gesenkten Augen.

7 wir betrachten Gegenstände,

8 lose gegenüber, ein Gleisen,

9 dein Herz schweigt laut, es dröhnt.


10 ich schaue Schaum wie er zerknallt,

11 sehe einen Schwanenhals, taucht unter Wasser.

12 Bässe tuscheln drinnen, ich wippe taktisch,

13 derweil tanzt ein Ultraleichtflieger dir an der Schläfe.

14 Schnee steht auf meinen Wangen,

15 komm! ein wenig Zeit nur so.

16 und geh ein Wort retten mit mir heut Nacht.


17 suche Bilder für dich,

18 krame nach Erklärung.

19 du zeichnest Striche, Linien, immerzu Sprüche.

20 auf meiner Hand Fläche für einen Luftkuss,

20 er schafft es nicht, die Luft schwer und fest.

20 komm wir tun wie wir taten,

21 komm! wir machen Schmerzen zusammen

22 und warten auf den ersten Regentag ohneeinander.


23 hau ab und bleib,

23 ich stehe hier für den Regenbogen,

23 jeden Zentimeter Zeit bis sie spielen

23 das Molllied.

23 für das Glück was wir erwartet hatten.


23 ich sende dir Pflückblumen im Park

24 per Post, so abgeknippste Blüten:

23 sie vertrocknen die Gesten.

24 ich träumte du wärst wach für zwischendurch.

24 eine Sache der Überwindung,

24 fuhr sie fort im Radio und übte ihren Text bevor.


24 wir gähnen einander zu das Leben.

24 und der Amselmann der frei von Zweifeln,

24 trällert entschlossen seine Symphonie.

24 doch wir vernehmen nur das Rauschen und den Lärm

24 der Gedanken.


nichtliebe




ich sah und

schmeckte deinen

mund es sagen,

keiner ahnte

das der abschied

geht.

mit verpassten

augenblicken

geschah alles

mit uns beiden.


ich hörte und

litt deinen

unterton verraten,

was du mit lügen

leben nennst.

spielend wendeten

wir welt

und wendeten uns ab.

die narben einer

letzten sommernacht,

sie hat es nie

gegeben.


keiner ahnte wie,

als du sprachst

liebe oder leben.

wer weiß wer

wen verließ?

ich suchte,

doch die spur

führt nicht

zurück.

_____________

(für dich, du weißt)




Elegien (I – VI)




I


Gedacht:

Unabdingbarkeit des

Weiteratmens,

gleichzeitig unvorstellbar

– küss’ mich stattdessen!


Brutal Dich

in meiner Gegenwart

nicht zu küssen

und mich weiteratmen

zu lassen

als einen alltäglichen

Organismus.



II


Ein Bild:

Sonntagnacht

blaugrau

asphaltiert mit Aschen,

süchtig beim Heißatmen

überraschen,

die geteerte Glut.


Rieselt,

was zersprang,

was Kummer tut,

zu Boden spiegelt,

was die Lüge bog.


Zusammen im Bild

an der Wand,

als meine Hand die Deine

strich, sie hob.


Sie stillt, sie hebt

und sieh,

sie schwebt

die Glut.


Ein Glassprung entfernt

noch an Nägeln erhängt.

Das Bild. Eintausend Wörter

aufgezogen!


Jetzt plaudern Fremde,

so ungezogen, kleine Welt

und umgezogen, alles

was uns hält.


Es tuscheln Wände,

so unausgewogen dieses Feld

und ungelogen, alles

was uns neu erstellt.



III


Erlebt:

Du im Gesicht

geistig innen

drinnen in

Pupillen.


So dass meine Täglichkeiten

aus stumm, ohnmächt’gen Sätzen

verschrieben steh’n.


Verschrien ist Sinn und Stimme,

was geschrieben steht

ist Niemandsland

und aussichtslos

die Explosion der Hand.


Vertan mit Versen, die

jetzt kohlrabenfasrig Fetzen regnen.

Keiner von uns hat’s je gefasst,

was wir uns geben.


So nahm jeder

nur den andern,

anstatt sich selbst

zu sein.



IV


Und am schönsten

ist die Einsamkeit

allein.

Denn es gibt kaum

Schöneres

als das Fassbare.



V


Wir gehen uns durch,

stürmende Pferde,

die Wiese abgegrast,

ein aufgebrochenes Gatter.

So ist’s im kindischen Gehege

nicht verfangen,

dies sanfte,

zügellose Wild

in unserm zarten Spiel.



VI


Ich möchte es sagen,

doch Du weißt.

Aufgebläht ein Riesengefühl

im engen Herzen.


Was sind der Stunden Wert?

Ich spüre Du fühlst

und gehst und triffst mich wieder,

wenn alle Erinnerungen Erinnerungen.





Flamingo

Flamingo


An einen Vogel






Kannst Du wissen wie meinem

goldtrüben Himmel Dein freies Flattern schmeckt,

wenn er sich handgestreckt nach Deinen

zarten Schwingen reckt?


Möchtest Du verstehen können,

wie ich in die Luft mich fiebrig sehne?

Um meinem Körper Flug zu gönnen,

ich tauschte gegen Deine alle meine Gene!


Darf ich verzweifelnd Dir berichten,

von allen meinen süchtigen Versuchen,

für Dich windige Zeilen nur zu dichten,

wie wir flüchtig uns am Wolkenbruch besuchen?


Willst Du diese klamme Stimme nehmen,

mit in Deinen Flügelwind,

wenn wir uns vergeben,

dass wir schlicht verschiedene Geschöpfe sind?


Wirst mich ertappen an der blauen Wand,

mit Flügelpappattrappen am Gewand.

Und wüsstest Du von Deinen Krallen die mich halten,

müsste unser Himmel sich nicht in Himmel spalten!



Im Café am Weltrand




Zwei Gestaltenähnliche. Glasig.

Gläsern. Glanzlose im Nachtlicht.

Leuchtstoffröhrenrauschen. Surren.

Die Zwei, in grenzenloser Leere,

Ihr Nichts zählend,

wie die Uhren es tun.

In Sekunden langweilt sie sich vorwärts,

die unhaltbare Dauer, hier am Weltrand.

Überall, wer weiß?

An den Fenstern zerplatzen die Tränen.

Ein Regen. Derweil.

Keine Regung sonst, kein Gedanke redet

dummes Zeug. Träume wollen raus.

Vielleicht ein Stöhnen, ein Hauch.

Ein Geräusch, Atempausen, ein letzter Beweis,

vom Menschenkörper, vom losen Torso.

Aus den Linien an der Wand eine Blume.

Mit viel Phantasie und wieder geräuschts.

Die beiden. Hier, starr.



FREMD

WORTE

fahrlässig gesagt.


>*

Die Luft in der Luft vergessen,

du spielst mich an

mit leichtem Schwung.

Die Nacht vertagt

und ich nehme mich wach,

an meinen eigenen Fehlern teil.

Eingeschneit: klamm und angestaut meine Kristalle.

Abschied: die Fallhöhen des Herzens bemessen

und Briefe: die Worte hören nicht auf damit.


Positionslichter gesetzt,

Position: der Stunde klar machen. Manchmal: der erste Atem nach dem Koma.


Hoffnung: mich im Glauben dessen lassen.

Das Frage-Spiel: Fluss oder Ozean?

mit Mut antwortend: lass uns die Wassermarke ausschwemmen..

>*

Die wundersame Wandlung der Hand:

griffbereit: halten, streichen, wärmen

lose: verlieren, lassen, greifen

Selten: nichts was uns gefallen würde.


Olbia Hotel

Zimmer 208



Und ich tue das

was ich immer tue

wenn ich neu bin.

Spazieren, sehen.

Ein Selbstgespräch

nicht beenden.

Nutten zischen an

der Hafenpromenade

Automobile an,

eiskalt fühlen

meine Augen

Meer,

wie immer

keine Antwort,

plätschernde Boote klimpern,

messerscharf ziehe ich

das von der Glut in mich,

es flüstert mich auf.

Vergilbt ebenso

ein riesiges

Gesicht aus Mond.

Meine Augen fallen,

zwei Hände halten mich

am Geländer.

Draußen tut’s sich.


Ich gehe auf’s Zimmer,

gedanklich und befremdet,

es ist leer.

Nummer 208.


Mein kleiner Tod

unter der Decke.

Ich schwitze kurz auf,

meine Finger fühlen das Blut pochen,

ich atme aus

und erblinde

für heute.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: